Tadasana – die Berghaltung
Wenn ich an einen Berg denke, dann verbinde ich diesen mit unfassbarer Weite und atemberaubenden Ausblicken. Ich erinnere mich aber auch, wie ich bei einigen Bergwanderungen geflucht habe, weil ich nicht mehr konnte und mich eigentlich lieber nach oben hätte tragen lassen. Oben angelangt war das Gefühl jedoch oft unbeschreiblich. Zufrieden, frei, voller Demut und als würde die Zeit einen Moment stillstehen. Jeder verbindet mit Bergen etwas anderes.
Im Yoga ist der Berg die grundlegende Standposition, aus der sich alle weiteren Stehhaltungen aufbauen. Auch wenn es uns so leicht erscheint einfach nur dazustehen, ist es manchmal doch mit Schwierigkeiten verbunden ruhig, stabil und aufrecht zu verweilen. Oftmals belasten wir unsere Körperseiten unterschiedlich und stehen ungleichmäßig auf beiden Beinen. Oder wir merken, dass wir in der Haltung leicht schwanken.
In Tadasana üben wir unser Körpergewicht gleichmäßig auf beiden Füßen zu verteilen und uns gesund aufzurichten. Wir bauen ein festes Fundament, so dass wir stabil wie ein Berg dastehen können. Gleichzeitig streben wir mit der Krone des Kopfes nach oben, so dass wir uns aufrichten. Regelmäßig geübt bringt diese Haltung dich zu einer gesunden aufrechten Körperhaltung.
Wenn wir fest und stabil und mit voller Achtsamkeit unseres Seins dastehen, fördert es auch auf der geistigen Ebene unsere Stabilität. Die Gedanken beruhigen sich, wir werden klarer und steigern unsere Konzentrationsfähigkeiten. Tadasana erdet dich auch auf mentaler Ebene.
Ausführung von Tadasana:
Komme in eine aufrechte Standhaltung. Deine Füße sind hüftgelenkbreit geöffnet und parallel ausgerichtet.
Strecke deine Zehen und lege sie leicht gespreizt nacheinander auf der Matte ab. Nimm wahr wie deine Füße hierbei aktiviert und dein Fußgewölbe angehoben wird.
Verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße. Dein Großzeh- und Dein Kleinzehballen sowie die Fußaußenkanten arbeiten in den Boden.
Deine Knie sind über den Sprunggelenken ausgerichtet. Wenn du Spannungen im unteren Rücken wahrnimmst, dann beuge die Knie etwas.
Ziehe deine Kniescheiben leicht nach oben. Aktiviere damit deine Oberschenkelmuskeln.
Aktiviere deinen Beckenboden und richte dein Becken gerade aus.
Lasse die Schultern nach hinten unten sinken.
Richte deinen Kopf auf und schaue mit sanftem Blick geradeaus.
Die Arme sind neben dem Körper, die Handflächen zeigen zum Körper.
Atme tief ein und tief aus. Spüre, wie Du dich mit jeder Einatmung etwas weiter aufrichtest und mit jeder Ausatmung fest und stabil über die Füße mit dem Boden verankerst.
Erweiterung:
Komme auf die Zehenspitzen und strecke die Arme über den Kopf hinaus nach oben.
Ausgleich:
Zum Ausgleich von Tadasana komme in die entspannte Vorbeuge oder mache einige Male Apanasana in der Rückenlage.
Physische Wirkungen von Tadasana auf einen Blick:
Kräftigt die gesamte körperaufrichtende Muskulatur
Trainiert die Fußmuskulatur und richtet die Füße für einen gesunden Stand gut aus
Hilft Fehlstellungen und einseitige Belastungen zu korrigieren
Psychische Wirkungen von Tadasana auf einen Blick:
Fördert Klarheit und Stabilität auf psychischer Ebene
Fördert die Konzentrationsfähigkeit
Wann solltest du Tadasana nicht üben?
Wenn Du starke Rückenschmerzen hast beuge die Knie.
Wenn du einen sehr niedrigen Blutdruck hast oder zu Schwindel neigst, lass die Augen geöffnet und aktiviere den Körper zunächst, um den Kreislauf anzuregen.
Mein Tipp:
Nimm Dir jeden Morgen ein paar Minuten Zeit und richte dich in Tadasana aus. So startest Du mit einem festen Fundament in den Tag.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Üben!
Deine Birte